RBB Presse

Borbecker Nachrichten vom 18.Oktober 2007

Gerne hätte das Publikum noch mehr gehört

RBB-Frühschoppen gefiel gut in der Dampfe

Wenn Reinhold´s Brass Band auftritt, überlegen die Fans nicht lange: Sie kommen, so auch beim "Frühschoppenkonzert im Herbst". Schließlich wollte man ja auch hören, mit welchen Rhythmen das flott aufspielende Orchester bei seiner Konzertreise in Ungarn Sympathien gesammelt hatte.

Schwungvoll und fetzig wurden dem Publikum die letzten Langschläfererscheinungen ausgetrieben. Dafür sorgten die gut aufgelegte Band und ihr Dirigent Martin Asmacher mit der von ihm bevorzugten kräftigen Klangwirkung in entsprechender Tonstärke. Auf dem Programm stand diesmal eine musikalische Reise durch die Blasmusik, die, nachdem das "Arsenal" geöffnet worden war, mit "choral and rock out" fortgesetzt wurde. Bei diesem Stück überraschten Choralklänge in einer rockigen Gestaltung mit einem Nachhall, dessen Ausdrucksformen an einem großen Amen erinnerte. Weiter ging es mit vollem Trompeteneinsatz mal versonnen, mal temporeich durchs "Dixieland", bevor ein Wechsel von akustischen Bildern Spannung erzeugte, die darauf in "raindrops" abregnen durfte. Dabei bekamen die nassen Erfrischungspartikel eine leicht schwärmerische Weise.

Schluss mit der ausruhenden Stimmung machte der dynamische Ritt durch Puszta, oder wie es im Programm hieß, der "Ungarische Tanz" mit seinem flotten volkstümlichen Rhythmus. Das Stück war durch seine aufeinanderstoßenden Geschwindigkeiten anspruchsvoll und wurde von der Band problemlos gemeistert. Wenn Reinhold´s Brass Band aufspielt, darf Musik voller Energie und Leidenschaft nicht fehlen, wie das Publikum weiß, und sich deshalb auf ein Sing-Medley freute, das den "Festsaal" der Dampfbierbrauerei pulsierend und im übertragenden Sinne dampfend füllte.

Vor 41 Jahren noch verstörend, heute fast klassisch wirkte der Beatlesong "Eleanor Rigby". Vorher verströmte die Band, die immer wieder auch solistische Einlagen bot, eine Melodie aus dem schummerigen Milieu von "Harlem Nocturne". Wenn jemand durch die Welt tourt, durchquert er verschiedne Melodienlandschaften. Die Reinholder ließen die herzlichen böhmischen Polkaklänge sich und dem Publikum gefallen. Ohne aufgesetzte Effekte schwungvoll bekam dies Stück einen besonderen Applaus. Was die indischen Arbeitselefanten antrieb, brachte auch die Frühschoppengäste in Schwung: "Mah nah mah nah". Dann ging es von einem Swingkonzertmarsch zu "Sir Duke", der die Resonanz der Instrumente und der Wirkung aufs Publikum ausschöpfte. Einen Hauch von Südamerika verbreitete "Mexican Holiday". Auch optisch schmiss sich die neu eingekleidete Band hierbei ins Zeug, indem sie ihre Trompetenreihe aufstellte. Dem Liednamen "Perlenkette" zollte die Band Respekt und reihte deren Segmente zu einem Ganzen zusammen. Amourös intonierte sie die "Girls von Ipanema" und schluchzte in Jazzkelleratmosphäre jubelnd bei "Santana".

Unter einer jazzigen Form verbrämt wurde der Steiger in die Zugabe geschickt: Trotz des Bruchs mit dem traditionellen Klang hatte dieses "Glückauf" einen Bezug zur bergmännischen Arbeitswelt, denn die Dynamik und Anstrengung der Arbeit in der Stollennacht war hierin nachvollziehbar enthalten. Als Asmacher den musikalischen Frühschoppen für beendet erklärte, hatte das applaudierende Publikum ihn offensichtlich gern zum Brunch verlängert. So gut hatten ihm wieder seine Reinhold´s Brass Band  und die Pausenband "Jazz about" gefallen.  pn

 
 

Reinhold´s Brass Band   Oberhauserstr. 8-11 D-45359 Essen  Mail